Nicht unmöglich

Von Thomas Mertens

Das Jahr 2021 liegt hinter uns und ein neues Jahr hat begonnen. Und wie jedes Jahr nehmen wir dies zum Anlass, unschöne Erfahrungen und Angewohnheiten abzulegen und mit neuer Motivation, Hoffnung und Zielen in das kommende Jahr zu starten und damit ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Doch was ist, wenn unsere Vorsätze, Hoffnungen und Ziele nicht komplett in unserer Hand liegen?
Was wenn wir uns vielleicht eine berufliche Veränderung wünschen, aber nichts finden oder nur Absagen bekommen? Oder was wenn wir uns zum Beispiel mehr Gesundheit und Sicherheit wünschen. Oder wenn wir uns wünschen, dass eine Pandemie endlich endet und wir zur „Normalität“ zurückkehren können, was auch immer das bedeutet.
Vielleicht haben wir auch einfach nur das Gefühl, nicht genügend Kraft und Durchhaltevermögen zu haben, um wirklich etwas ändern zu können.

In der Bibel wird von Jemandem berichtet, der sich vermutlich in genau der Selben Situation befand. (Markus 10, 46-52)
Sein Name war Bartimäus. Er war blind. Und auch er hatte sich ein Neuanfang, ein „normales“ Leben gewünscht. Auch er wollte ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlagen. Und wahrscheinlich hat Bartimäus immer wieder versucht irgendwie Arbeit zu finden und irgendwie aus seiner Situation das Beste zu machen. Doch am Ende landete er auf der Straße und er musste für sein tägliches Überleben betteln.
Doch auch wenn Bartimäus seine Wünsche, Hoffnungen und Ziele in der Vergangenheit nicht erreichen konnte, so hat er doch nicht aufgegeben, obwohl er doch eigentlich selbst nicht viel dafür tun konnte. Er war angewiesen auf andere und lag vermutlich oft hilflos da und wusste nicht weiter.
Doch eines Tages, hörte er von einem Mann. Ein Mann mit angeblich großer Weisheit und heilenden Kräften. Einige behaupteten sogar, dass dieser Mann der große Retter sein soll, auf den die Menschen seit Jahrhunderten gewartet haben. Konnte das stimmen? Woher sollte er denn wissen, ob da etwas dran war?
Vielleicht war er verzweifelt oder auch nur neugierig, aber dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los. Wenn dieser Mann wirklich der war, von dem ihm berichtet wurde, dann könnte er ihn doch helfen? Dann war er es, der im helfen könnte sein Leben so zu leben, wie er es sich immer gewünscht hatte.
Und dann kam genau dieser Mann sogar noch in seine Stadt und in seine Gegend. Die Leute riefen
aufgeregt den Namen dieses Mannes. Er hieß Jesus. Und auch Bartimäus schöpfte Hoffnung und fragte sich wahrscheinlich: „Was habe ich schon zu verlieren?“
Und auch er rief nach ihm. Lauter als alle anderen. Und die Menschen um ihn herum versuchten ihn noch davon abzuhalten.
„Wie kommt jemand wie ER, ein Blinder und ausgestoßener Bettler, dazu Kontakt zu einem so besonderen Menschen wie Jesus zu suchen? Jemand wie er kann es doch nicht wert sein.“
Doch Bartimäus ließ sich nicht abbringen und rief weiter und lauter nach Jesus. Er wollte seine Chance nicht verpassen.
Und Jesus hörte ihn und ließ ihn zu sich bringen. Er unterhielt sich mit Bartimäus und fragte ihn nach seinen Wünschen. Und Bartimäus bat Jesus ihn zu heilen. Und als Jesus seine Hoffnung und seinen Glauben sah, heilte er ihn. Bartimäus konnte sehen. Etwas was für ihn und andere vielleicht unmöglich schien, ist vor ihren Augen geschehen.

So wie Bartimäus, haben auch wir möglicherweise den Wunsch nach Veränderung. Eine Veränderung, die drastisch, aber auch weniger drastisch sein kann.
Eventuell haben wir uns aber auch etwas vorgenommen, das beinah unmöglich zu sein scheint. Und vielleicht gibt es auch in unserem Leben Menschen, die uns behindern, weil sie denken, dass wir es nicht Wert sind. Und möglicherweise ist diese Stimme, die uns sagt, dass wir es nicht schaffen können, auch die unsere Eigene.
Doch ich möchte dich ermutigen, ähnlich wie Bartimäus, den Versuch zu wagen und Jesus eine Chance zu geben dir zu begegnen und dein Leben zu verändern. Man muss nicht bereits ein guter Mensch sein.
Man muss nicht hoch angesehen und ein glänzendes Vorbild sein. Nein, Jesus sucht genau diejenigen, die ihn brauchen und die ihn suchen. Diejenigen, die ihre Hoffnung, wenn auch nur aus Verzweiflung oder Ratlosigkeit auf ihn setzen.

Versuch es doch einfach mal mit ihm zu sprechen, so wie Bartimäus es versucht hat. Er wird dich hören und auf die ein oder andere Weise, wird er dir antworten und dir begegnen. Was hast du zu verlieren?

Ich wünsche euch ein gesegnetes Jahr.

Der Weg ist das Ziel

Von Mirjam Mehnert

Wir haben dieser Tage einen Adventkalender als Familie gespielt. Es war einer dieser Exit-Rätsel-Kalender. In jedem Kästchen gab es eine Zeitreise zu einem besonderen Ort, zu Einstein und den Gebrüdern Grimm, zu Johannes Gutenberg, zur Titanic und auch zu den drei Weisen unterwegs mit ihren Kamelen. Unser Sohn hat herzlich über die drei gelacht, denn sie stellten sich in der beschriebenen Adventkalendergeschichte Fragen wie: „Kannst du nicht schneller laufen, sonst kommen wir erst am 06. Januar an!“ oder: „Wo sind die Babysandalen? Wenn wir sie nicht finden, müssen wir die Myrrhe verschenken!“

Nun, vielleicht waren die drei auf ihrer Reise nicht ganz so verpeilt. Immerhin handelte es sich um kluge, vorausschauende Männer. Seit Wochen oder Monaten hatten sie die Gestirne studiert, alte Bücher gewälzt, ihre Reise vorbereitet. Warum ihnen das so wichtig war, wissen wir nicht. Möglicherweise lag es an der besonderen Sternkonstellation, die die Geburt eines ganz besonderen Königs anzeigte.

Da ist er – der Gott, der unsere Lebensrealität aufnimmt und sich auf unserem Weg zu uns gesellt. Drei Astrologen, Magier deuten die Sterne!!!  – und finden Gott auf dem Wege. Warum macht Gott das? Hätte er das nicht jemandem zeigen können, der etwas „gottesfürchtiger“ gewesen wäre? Unser kleines Denken erfasst Gott eben nicht. Gott ist gar nicht der in unsere Formen gepresste Allmachtsentwurf. Gott setzt sich über diese Konvention hinweg, weil er ein Gott aller Menschen ist. Und um sich zu zeigen, nimmt er eben erst unsere Lebenswelt auf, wie sie ist.

Da reisen die Weisen, die Könige, die Magier – wer auch immer sie sind – los, um dem neugeborenen König zu huldigen. Sie folgen einer Sternkonstellation. So viel haben sie gelesen, so viel Erfahrung steckt darin, so viel sorgfältige Berechnung und Vorbereitung. Und dann das: Sie landen im falschen Palast und bringen damit den Gottessohn in höchste Gefahr. 

Für sie ist ganz klar: Ein König wird in einem Palast geboren. Fehlanzeige. Aber immerhin spitzen die im Palast ordentlich die Ohren und wälzen auch die Bücher. Und die nehmen das richtige Buch zur Hand. Die Ach-so-Weisen werden ganz naiv Opfer einer Intrige, landen daraufhin aber wenigstens am richtigen Ort – im Stall von Bethlehem. Am Ende finden sie, was sie suchen. An einer anderen Stelle, als sie ursprünglich dachten und ganz anders, als sie erwarteten, aber sie werden fündig. Manchmal ändert Gott nur die Richtung oder unseren Blickwinkel, nicht das Ziel. Manchmal sind wir eben bloß nicht auf dem richtigen Weg, haben den falschen Kompass oder suchen am falschen Ort. Vielleicht stellen wir uns das gesuchte Ziel eben auch anders vor. So viele Möglichkeiten, und glauben Sie mir: Gott hat immer noch eine mehr. 

Am Ende wendet Gott auch den sicheren Tod des Neugeborenen ab, weil die Astrologen nun einen anderen Blick auf die Dinge haben. Sie hören auf den Gott, der zu ihnen in ihren Träumen spricht, wo er sie erreichen kann: Sie erfassen deren Bedeutung. So wird der geänderte Heimweg auch zum Zeitgewinn für die Familie im Stall, um in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vor dem wütenden König mit Kindsmordplänen zu fliehen. Gottes Wege sind vielleicht nicht immer das, was wir uns vorgestellt haben, aber wir kommen ans Ziel, vielleicht mit weniger Kollateralschaden, als wenn wir unsere eigenen Wege gehen. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr Weg (oder meiner?) so einer, der sich erst am Ziel als der richtige erweist, aber anfangs seltsam aussah?

Einen Versuch, Gott nach der Richtung zu fragen, lohnt sich jedenfalls. Vielleicht können wir uns manchen Umweg und manch späte Erkenntnis oder Reue sparen.  

Das Ende eines Traums

Von Johannes Vollmer

Schon in meiner Kindheit entdeckten meine Eltern meine Liebe zur Musik. Sie förderten das und ließen mich ein Musikinstrument lernen. Ich entschied mich für die Gitarre und bekam Unterricht.
Im Laufe der Jahre wuchs in mir immer mehr der Wunsch, mich intensiver damit zu beschäftigen und es später auch zu meinem Beruf werden zu lassen. Um in dieser Richtung weiter zu kommen war die Ausbildung im Fach Klavier notwendig. Also nahm ich Klavierunterricht. Für das anstehende Studium war das Abitur von Nöten. Also anstrengen und aufs Gymnasium. Sollte nun mein Traum wahr werden?

Fehlanzeige. Aus verschieden Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehe, wurde nichts daraus. Kein Abitur, kein Studium, keine musikalische Laufbahn. Was nun?

– ausgeträumt –
Um es kurz zu machen – ich landete ganz wo anders. In einem handwerkliches Beruf. Autoelektriker – so hieß das damals. Na wenigstens Autos, das war ja schon mal was.

Nun, ich stellte mich in meinen Lehrlingsjahren nicht gerade geschickt an. Sollte jemand von meinen damaligen Kollegen diesen Beitrag lesen, werden sie mir bestimmt zustimmen.
Aber es gab Menschen, die an das Fünkchen Begabung in mir glaubten und es förderten und mir halfen meinen Weg zu finden und zu gehen. Und so glaube ich, ist doch noch ein ganz brauchbarer Fachmann aus mir geworden.

Aber warum schreibe ich das?

Wenn ich mir die Geschichte von Maria und Josef und dem Jesuskind anschaue muss ich auch immer an die oben erzählte denken.

Unsere Themenreihe in diesem Jahr heißt: „Das war so nicht geplant“

In jedem Beitrag haben wir uns eine Person oder Personengruppe der Weihnachtsgeschichte herausgegriffen, die ihre Pläne grundlegend ändern und auch ihr Leben ganz neu ausrichten musste.

In diesem Zusammenhang musste ich in der Geschichte an Josef denken, der zwar nicht so im Vordergrund steht, aber von dem auch so einiges verlangt wird.
Er und Maria wollen heiraten. Alles ist geplant und die Freude darauf ist sicherlich groß. Da erfährt er, dass seine zukünftige Frau schwanger ist, er aber nicht daran beteiligt ist. Was soll er tun? Planänderung – er will Maria verlassen…

Nun, wir wissen – Gott klärt ihn auf und kann ihn überzeugen bei Maria zu bleiben.
Also alles wieder nach Plan? Mit Nichten. Da fällt es dem Kaiser ein, er müsse jetzt mal sein Volk zählen und schickt damit die junge Familie auf eine lange Reise von ca. 150 km. Wir können uns ausrechnen, wie lange man da zu Fuß unterwegs ist. Dazu ist Maria schwanger. Das passte so gar nicht in ihre Pläne. Als sie dort ankommen, finden sie aber keine Unterkunft – alles ausgebucht. Jeder kann sich vorstellen, was in den beiden vorging. Maria hat Wehen und keiner nimmt sie auf. Nun, wenn wir die Geschichte weiterlesen, wissen wir, dass Gott eingreift und sie doch einen Platz finden. Der ist zwar nicht unbedingt hygienisch, aber warm und das Stroh ist weich. Jesus, Gottes Sohn, kommt zur Welt in einer Umgebung, die bescheidener nicht sein kann. Wenn wir seine Geschichte in der Bibel weiter verfolgen, werden wir nicht im unklaren gelassen. Dieser Lebensstil wird ihn in seinem ganzen Leben auf dieser Erde begleiten wird. Er sagt später selber von sich: „Ich bin nicht gekommen, um für die da zu sein die alles haben und meinen sie brauchen meine Hilfe nicht, sondern für die die bedürftig sind“.

Aber zurück zur Geschichte. Als nun doch noch alles gut überstanden ist, wollen sich die drei auf den Rückweg machen. Doch da kommt die nächste Planänderung. König Herodes hat von den Weisen gehört, dass in Bethlehem ein neuer König geboren sein soll. Er hat Angst um seinen Thron und trachtet diesem Jesus nach dem Leben.

Wieder greift Gott ein und sagt Josef, er muss nach Ägypten fliehen und zwar sofort. Dort soll er so lange bleiben bis der König gestorben ist. Er kann also nicht zurück in seine Heimat, nicht in seine gewohnte Umgebung. Er muss sich also völlig neu orientieren.
Aber Gott ist auch da mit der Familie. Es wird uns zwar nicht ausführlich berichtet, aber er wird ihnen auch in der Fremde ihr Auskommen gesichert haben, denn nach dem Tod von Herodes kehren sie in ihre Heimat zurück.

Josef und seine Familie konnten sich trotz aller Schwierigkeiten auf die Hilfe Gottes verlassen.

Heute bin ich froh, doch einen handwerklichen Beruf erlernt zu haben. Er hat mir nach den anfänglichen Schwierigkeiten viel Freude gemacht und ich konnte so manchem Menschen helfen. Heute sehe ich die Führung und Fügung Gottes in meinem Leben.
In der Situation selbst ist das oft schwer zu erkennen. Und so manche Planänderung, die ich machen musste, verstehe ich bis heute nicht. Aber ich weiß und spüre jeden Tag, dass ich mich auf die Hilfe und Führung Gottes immer verlassen kann. Denn Gott ist immer der Gleiche. Damals zu Josefs Zeiten genauso wie heute in unserer Gegenwart.

So hat die Weihnachtsgeschichte von damals auch uns heute viel zu sagen.
Dieses Ereignis, das Gott seinen Sohn Jesus zu uns Menschen schickt, ist Ausdruck seiner großen Liebe zu jedem von uns – auch zu dir.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest – schreib uns!

Besser, als geplant…

Von Christian Mehnert

Hast du schon Pläne für Silvester?
Wohin geht’s denn nächstes Jahr in den Urlaub?
Herr „XYZ“, wo sehen Sie sich in – sagen wir mal – fünf Jahren?
Hattest du Pläne für 2021?

Wie viele davon hast du umsetzen können und wie viele musstest du ändern oder ganz und gar über Bord werfen. 10 von 100? 50/50? Kam alles anders?

Machst du dir, nach den Erfahrungen von 2021, Pläne für 2022?

Wie hatten wir gehofft, dass wir diesen Albtraum hinter uns lassen würden und alles wieder so halbwegs normal wird.
So einen kurzen Moment hatte ich in diesem Jahr in unserem (sehr spontan geplanten) Urlaub in Dänemark.

Natürlich hatte ich eine Menge Vorkehrungen getroffen, da ich die Wiedereinreisebestimmungen, die sich gefühlt täglich änderten, nicht vorhersagen konnte. Immerhin war es die letzte Urlaubswoche und zwei Tage nach unserer Rückkehr müssten wir wieder zur Arbeit. Schon vor Reiseantritt hatte ich einen Test-Termin für die Rückkehr gebucht, falls es eine Reiserückkehrertestpflicht geben sollten.
Beinahe täglich haben wir die aktuellsten Bestimmungen gelesen, um ja keine Änderung oder Verpflichtung zu verpassen. Wir hatten ausreichend Masken und Selbsttests eingepackt…

Und dann…? …Hebt Dänemark alle Corona-Maßnahmen auf, Deutschland schafft die allgemeinen Risikogebiete ab, womit Dänemark auch da raus war. Keine Masken mehr, kein Mindestabstand, keine Personenzahlbeschränkungen in Restaurants und Geschäften. Nichts.
Keine Testpflicht und keine Grenzkontrollen.
Zum ersten mal nach 1 ½ Jahren ein Geschäft ohne Maske betreten fühlte sich beinahe falsch an, dabei sollte es doch normal sein.

Beinahe war ich ein wenig beleidigt, dass meine ganzen Planungen und Vorbereitungen umsonst waren. Dabei war das doch das Beste, was uns hätte passieren können.
Aber ich war so eingeschossen auf meinen Plan, dass ich die viel bessere Variante ausgeblendet hatte und mich sogar ein wenig darüber geärgert habe.

So sind wir Menschen.

Und dann? Etwa ein viertel Jahr später: Dänemark muss seine Lockerungen zurücknehmen. Wiedereinführung von Hygienevorschriften, Masken- und Abstandspflicht.
Auch die Fachleute haben mit ihrem Plan falsch gelegen.

Haben sie das wirklich?
Pläne und daraus resultierende Taten können richtig sein und sich später als falsch, nein, als nicht mehr aktuell herausstellen. Es muss angepasst, variiert, reagiert werden.

War ich wirklich der Meinung, alles perfekt bis zum Ende durchzuplanen und in keinem Punkt etwas ändern zu müssen? Und hier ging es nur um einen einfachen Urlaub von ein paar Tagen.

Um ehrlich zu sein, will ich gar nicht jedes Detail der Zukunft wissen, um mir daraus vielleicht einen aus meiner Sicht perfekten Plan schmieden zu können. Zum einen würde das wahrscheinlich irgendwann extrem langweilig, zum anderen müsste ich aber auch jedes schwere Detail in meine Planung einbeziehen. Ich fürchte, das würde mir den Blick für das Jetzt verstellen. Und es würde mir die Möglichkeit nehmen, dass etwas noch besser werden kann, als ich es mir vorstellen hätte können.

An Weihnachten auf einem Feld bei Bethlehem war eine Gruppe von Hirten, die einfach nur ihren Job machten. Nicht mehr und nicht weniger. Mit Sicherheit hatten sie ihre Routinen und wussten ziemlich genau, wie die Nacht ablaufen würde. Kleinere Störungen durch das eine oder andere Raubtier waren auch schon mit eingeplant. Schlimmstenfalls vielleicht sogar der Verlust eines der Tiere, die sie hüteten.

Aber dann das.

Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Die Hirten erschraken sehr, 10 aber der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird: 11 Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr. 12 Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!« 13 Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten: 14 »Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu[1].« 15 Nachdem die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, beschlossen die Hirten: »Kommt, wir gehen nach Bethlehem. Wir wollen sehen, was dort geschehen ist und was der Herr uns verkünden ließ.« 16 Sie machten sich sofort auf den Weg und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Futterkrippe lag.

(Die Bibel, Lukasevangelium, Kap. 2, Verse 9-17)

Mit allem (Vorhersehbaren) hatten sie gerechnet, aber nicht von einer Armee von Engeln, die ihnen von der Geburt des verheißenen Christus erzählen. Ob die Hirten die Verheißung kannten, ist nicht klar. Sie sind es aber, die es (nach den Eltern zumindest) zuerst erfahren, als diese alte Verheißung in Erfüllung geht.

Und sie machten sich auf den Weg. Sofort. Aller Vernunft zum Trotz. Nachts mit einer Herde aufbrechen? Oder sie zurücklassen? Kann das nicht warten? Wir müssten ja alles anders machen, als wir es kennen und als wir es geplant hatten. Und wir gehen ein großes Risiko ein. Unser Job steht auf dem Spiel.

Aber was hatte der Engel gesagt? „Für EUCH ist der Retter geboren.“

Wenn wir den Christus annehmen, der in Bethlehem geboren wurde, dann wird das nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wir werden Gewohnheiten und Pläne ändern oder gar fallen lassen müssen, um uns auf den Weg zu machen.

Die Hirten fanden alles so vor, wie die Engel es ihnen gesagt hatten.

Das haben sie aber nur herausgefunden, weil sie sich auf den Weg gemacht und ihren Plan für diese eine Nacht geändert haben. Und weil sie den Plan für die Nacht geändert haben, hat sich ihr Leben verändert.

Auch an Weihnachten 2021 hören wir diese Botschaft erneut. Vielleicht nicht von einer Heerschar von Engeln, vielleicht ganz leise. Vielleicht so leise, dass sie durch das Geschrei und das Murren dieser Tage kaum zu hören ist. Aber sie birgt die Möglichkeit, dass sich, wenn schon nicht die Welt um uns herum, aber eventuell unser Blick auf die Welt und unsere Situation verändert – zum Besseren – besser, als wir es uns je hätten vorstellen können.

Für DICH ist der Retter geboren. Kommst du mit, ihn zu suchen?

Das war so nicht geplant…

Auch in diesem Jahr möchten wir in der Adventszeit, wenn diesmal auch mit etwas Verspätung, wieder in eine Andachtsserie starten. Wir möchten Sie einladen, sich Zeit zu nehmen, in diesen unruhigen, bisweilen beängstigenden und verwirrenden Zeiten die Gedanken zu sammeln und mit uns die Advents- und Weihnachtsgeschichte einmal mehr aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten.
In diesem Jahr möchten wir auf Pläne (Unsere? Gottes?) schauen, wie sie entstehen, wie wir sie umsetzen, wie sie sich ändern oder scheitern, wie sie sich verselbständigen, …
In wöchentlichem Rhythmus finden Sie hier auf unserer Seite neue Andachten zum Thema von verschiedenen Autoren aus der Adventgemeinde Schönebeck.
Seien Sie gespannt, folgen Sie uns und teilen Sie gern die Seite.


TEIL 1

Die Sache mit unseren Plänen

Von Isabell Köhler

Innerlich geht sie ihren Plan und ihre Liste nochmal durch. Sie hat den Herd ausgemacht, alle Verlängerungsschnüre ausgeschalten und die Waschmaschine ist auch leer. Die Spülmaschine ist ausgeräumt und alles dreckige Geschirr ist aufgewaschen. Die Pflanzen sind gegossen und die Wohnung ist aufgeräumt. Alles ist gepackt, der Koffer für die Heimfahrt fertig. Super! Sie geht also mehrmals nach draußen und packt ihr Auto ein. Von der Studentenwohnung zu ihren Eltern. Sie freut sich, auch wenn es nur für zwei Tage dort hingeht, aber das bunte Familienchaos tut ihr gut und bringt soviel Freude in ihr Herz. Nach und nach ist alles im Auto und sie setzt sich hinein, gurtet sich an und steckt den Schlüssel in die Zündung. Doch nichts rührt sich… „nicht wirklich, bitte lass mich jetzt nicht im Stich!“ „komm schon, spring an!“ – die Gedanken kreisen in ihrem Kopf. Den Tränen nahe sitzt sie im Auto und wird sauer und ist enttäuscht. Sauer, weil sie jetzt schon in ihrem Zeitplan hinterherhinkt und sie das nicht abkann. Würde ihr Auto mit bloßer negativer Stimmung anspringen, sie hätte sofort losfahren können. Da das jedoch nicht so ist, wird das Portmonee rausgekramt, die ADAC Karte gesucht und angerufen. Gut, eine halbe Stunde bis der Pannendienst da ist. Das geht ja noch, sie wird halt einfach etwas schneller fahren müssen, denkt sie. Der Plan in ihrem Kopf wird angepasst – wer weiß, vielleicht ist der Verkehr ja nicht so viel und sie kommt doch wie gedacht an. Motiviert von ihrem Vorhaben geht sie in ihre Wohnung zurück und wartet. Das Handy immer neben ihr, um ja nicht zu verpassen, wenn der Pannendienst anruft. Es vergeht eine halbe Stunde, eine ganze Stunde und schließlich nach zwei Stunden und einem Geduldsfaden, der immer dünner wurde, klingelte endlich das Telefon. Und der Plan… komplett über den Haufen geworfen.

Kennst du das auch? Von jetzt auf gleich ist alles anders als geplant. Bist du auch enttäuscht oder sogar zornig, wenn du die Kontrolle abgeben musst? Wie gelingt es, den Schalter umzulegen, so dass ich mich auf die Änderung einlassen kann?

Und schon kann ich einen Blick auf die Weihnachtsgeschichte werfen und bin mittendrin.

Ein junges Mädchen, Maria, vielleicht hat auch sie Pläne und Träume für ihr Leben, wird plötzlich von jetzt auf gleich überrascht. Und das auch noch mit der Nachricht, dass sie einen Sohn zur Welt bringen soll, Gottes Sohn. Ok Stop. Nochmal zurück auf Anfang. Ich stelle mir das wie folgt vor: Maria steht in ihrem Hinterhof, hängt gerade die frisch gewaschene Wäsche auf und singt glücklich vor sich hin. Sie freut sich auf ihre anstehende Hochzeit und darauf, dass sie mit ihrem Mann eine Familie gründen wird. Sie hat ein ganz gewöhnliches Leben und sie ist glücklich damit. Trotz mancher Umstände, die sie mal kurz traurig werden lassen, verliert sie ihre positive Einstellung nicht. Doch dann kommt ein Engel vorbei und erzählt ihr, dass sie schwanger wird, ein Kind bekommt und das übrigens Gottes Sohn ist. Ich meine, wie verrückt, oder? Wir haben hier ein Mädchen, dessen Pläne für ihr Leben nicht mal eben nur geändert werden, weil sie eine Autopanne hat. Nein, wir haben ein Mädchen, dass plötzlich in eine Aufgabe gestellt wird und dessen ganzes Leben sich dadurch umkrempelt. Ein Leben, dass sich verändert, weil Gottes Pläne größer sind.

Gott ist auch heute noch da, an deiner und meiner Seite. Er möchte uns seinen Plan für unser Leben zeigen. Ja, wir dürfen unsere Vorstellungen, unsere Ideen haben und auch verfolgen. Und doch kommt es vor, dass Umstände und Situationen eintreten, die diese ändern. Bin ich bereit, diese Veränderung anzunehmen, wie Maria es tat? Gebe ich Gott die Chance, mir seine Pläne für mein Leben zu zeigen? Pläne, die unsere Vorstellungskraft weit übersteigen und unser Leben umkrempeln können. Ich finde das ermutigend zu wissen, dass keiner meiner Pläne so gut sein wird wie Gottes Plan für mich. Ich darf darauf vertrauen, dass sein Plan für mein Leben gut ist. Und das darfst Du auch.

Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, was es mir Gottes Plänen für unser Leben auf sich hat, dann kannst du uns gerne kontaktieren und wir kommen mit dir ins Gespräch. Locker, ungezwungen bei einer Tasse Tee oder Kaffee.

Ostern – Was bedeutet es für uns? – Teil 4

Von Johannes Vollmer

Es ist vorbei?  Nein, die Geschichte geht weiter! Nach der Ruhe am Oster-Samstag. geschieht am Oster-Sonntag etwas gewaltiges. Jesus wird von Gott, seinem Vater zu neuem Leben erweckt.

So etwas können wir uns nicht vorstellen, es wirkt für uns unglaublich. Doch wenn wir noch einmal an den Anfang, die Schöpfung zurückgehen, wird es klarer. Gott, den wir Christen als den Schöpfer unserer Welt sehen und anerkennen, hat seiner Schöpfung das Leben gegeben. Bei der Erschaffung des Menschen wird es explizit beschrieben. Gott blies dem Menschen den lebendigen Odem in seine Nase, so heißt es in 1. Mose 2,7. Gott ist also der Spender des Lebens. Dieses Leben konnte von nun an immer wieder weiter gegeben werden. Bei jeder Geburt eines Menschen werden wir neu darauf hingewiesen. Warum sollte dieser Gott, der das Leben am Anfang schenkte, es jetzt bei seinem Sohn nicht tun können? Jesus hat die Versöhnung der Menschen mit Gott durch sein stellvertretendes Opfer am Kreuz herbeigeführt und stirbt dort einen zeitlich begrenzten Tod. Jesus hat seine Aufgabe auf dieser Welt erfüllt. Gott schenkt ihm wieder neues Leben. Daraufhin gibt sich Jesus seinen Freunden zu erkennen. Sie können dieses Ereignis kaum fassen. Es ist eben doch nicht vorbei, sondern es beginnt etwas neues. Jesus erklärt ihnen, warum das alles so geschehen musste, und jetzt beginnen sie die Zusammenhänge zu verstehen. Kurz bevor Jesus diese Welt wieder verlässt und zu seinem Vater in den Himmel zurückkehrt, überträgt er seinen Freunden eine wichtige Aufgabe. Sie sollen diese Botschaft von der Versöhnung der Menschen mit Gott und die daraus resultierende Rettung der Menschen vor dem ewigen Tod weitersagen. Das tun sie mit Freude. Es entsteht das Christentum. Diese christliche Lehre wurde immer wieder durch Machtinteressen Einzelner entstellt, so dass der Inhalt oft nicht mehr erkennbar war. Doch es hat auch immer Menschen gegeben, die die wahren Werte und Inhalte dieser Botschaft hoch gehalten haben.

Diese Botschaft wird ganz klar in der Bibel beschrieben. So wie Jesus diesen zeitlich begrenzten Tod starb, werden wir auch diesen Tod sterben müssen. Aber so wie Jesus auferstanden ist, besteht auch für jeden von uns die Möglichkeit zu einem neuen und diesmal ewigen Leben erweckt zu werden. Dafür muss jeder nur eine Bedingung erfüllen. Ich muss diese Versöhnung, die Jesus bewirkt hat für mich in Anspruch nehmen und „Ja“ dazu sagen. Wie wir schon gelesen haben, hat Gott uns Menschen mit einem freien Willen ausgestattet. Und auch hier können wir uns frei entscheiden „Ja“ oder „Nein“ dazu zu sagen. So wird es am Ende entweder das ewige Leben oder den ewigen Tod geben.

Gott, der uns Menschen über alles liebt und wie wir gesehen haben bis zum Äußersten gegangen ist um für uns, für Sie und für mich, ewiges Leben zu ermöglichen freut sich über jeden, der die Entscheidung für das Leben trifft. Ein Leben bei Gott, das mit dem hier auf der Erde nicht zu vergleichen ist. Es ist uns beschrieben im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung und dort im 21. Kapitel. Wenn sie neugierig geworden sind, dann lesen sie diesen Textabschnitt. Am Besten nach einer modernen Übersetzung. Sie werden staunen.

Erst dann ist de Geschichte dieser Welt zu Ende, denn Jesus wird noch einmal wiederkommen. Dann nicht als kleines Kind wie zu Weihnachten, sondern als König, als ein sein Volk liebender Herrscher. Er wird einen neuen Anfang setzen und alles, was sich auf dieser Erde zum Bösen entwickelt hat vernichten. Die Bibel beschreibt das in Offenbarung 21,5 so:

Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

So können wir zusammenfassend sagen, um wieder zum Anfang zurückzukehren. Ein Leben der Selbstverwirklichung nur auf uns selbst bezogen, führt nicht zu dem Ziel zu dem wir eigentlich bestimmt sind. Es führt zum Egoismus und zur Vereinsamung.

Jesus ist einen anderen Weg gegangen. Er hat auch sein Ziel in einzigartiger Weise verfolgt und hat es auch durch enorme Schwierigkeiten nicht aufgegeben. Er konnte das verwirklichen, was er sich vorgenommen hatte: Die Rettung der von ihm so geliebten Menschen. Die Bibel beschreibt das im Johannesevangelium im Kapitel 3, 16 mit folgenden Worten:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben. (Joh. 3, 16)

Ich wünsche Ihnen gesegnete Osterfeiertage.

Ostern – Was bedeutet es für uns? – Teil 3

Von Marc-Aurel Nerlich

Es ist vorbei. Um ihn herum ist alles still. Waren die letzten Jahre nur ein Traum gewesen? Eine Fantasievorstellung, die aus seinem Gehirn entsprungen war? Nein! Das kann nicht sein. Er hatte so viele Heilungen miterlebt, wo Jesus Menschen die Hände aufgelegt hatte und diese im selben Moment gesundgeworden waren. So viele übernatürlicheEreignisse, die allein durch Jesu Wort ausgelöst worden waren. Das kann doch nicht alles nur eine Wahnvorstellung gewesen sein. Nein, denn die letzten dreieinhalb Jahre hatten ihm gezeigt, was alles möglich ist, wenn man nur glaubt. Und doch saß er jetzt hier. Alleine in diesem engen, dunklen Raum mit einem mit Tränen übersäten Gesicht. Jesus war tot. Er lag in einem dunklen Grab, vor das man einen schweren Stein gerollt hatte. Und er, Petrus, der Anführer der Freunde Jesu,hatte ihn im Stich gelassen und wusste nicht mehr, was er glauben sollte.

Petrus wusste nicht mehr, was er noch glauben sollte. Er war davon ausgegangen, dass Jesus der Messias ist. Also der Retter der Juden, der das Volk in die Freiheit und Unabhängigkeit von der römischen Besatzungsmacht führen sollte. Doch jetzt war Jesus tot. Getötet durch die, die er eigentlich hätte verjagen sollen. Die Vorstellungen der Jünger über Jesus war absolut falsch. Er hatte nie vor, auf der Erde ein Reich aufzurichten, sondern war gekommen, um hier für die Folgen unserer Handlung zu sterben. So wie der Vater für seinen Sohn in der Geschichte von gestern.

Um das verstehen zu können, muss man an den Anfang der Bibel gehen. Gott hatte die Erde und alles, was darauf is,tgeschaffen. Die ersten beiden Menschen, Adam und Eva, lebten in absoluter Harmonie mit Gott und der Natur. Die Erde war makellos. Es gab nichts Schlechtes und die Menschen waren dazu geschaffen worden, ewig zu leben. Nur ein Risiko gab es bei der ganzen Sache. Gott hatte den Menschen mit einem freien Willen geschaffen und wollte ihm die Wahl lassen, sich gegen ihn und diese perfekte Welt zu entscheiden. Aus diesem Grund stand in der Mitte des Gartens ein Baum, dessen Frucht den Menschen die Möglichkeit gab, das Böse kennen zu lernen und ohne Gott leben zu können. Was passieren würde, wenn sie die Frucht essen, hatte Gott ihnen gesagt. Sie würden sterben müssen. Trotz alledem entschieden sich Adam und Eva dazu, von der Frucht zu essen und erkannten, was Gut und Böse ist.

Das heißt, die Folgen ihrer Handlungen waren Tod, Lüge, Streit, Schmerz, Scheidung, Krankheit und vieles mehr. Eigentlich ein großer Teil dessen, was unsere Welt heute auszeichnet. Gott stand nun an dieser Stelle vor der Wahl, die Menschen einfach in Ruhe zu lassen oder die Folgen ihrer Handlungen von ihnen weg zu nehmen. Er entschied sich für den zweiten Weg. Aus diesem Grund kam er in Jesus auf die Erde und starb, damit wir nicht für immer tot sein müssen, sondern ewig leben können mit ihm zusammen. Er hat also,wie der Vater in der Geschichte von Freitag, die Folgen der Handlung auf sich genommen. Und das macht er bis heute, auch ganz konkret für Sie. Er möchte Sie aus diesem Schlamassel, das wir Leben nennen, zu sich nach Hause holen,um mit Ihnen zusammen ein Leben in absoluter Schönheit und ohne Leid zu erleben. 

Das ist der Grund dafür, warum Jesus am Oster- Samstag im Grab lag. Und wie es weitergeht, erfahren Sie morgen. 

Bis dahin wünsche ich Ihnen von Herzen Gottes Kraft und Ausdauer für die bevorstehenden Herausforderungen!

Ostern – was bedeutet es für uns? Teil 2

Von Marc-Aurel Nerlich

Gefesselt und blutüberströmt sitzt er auf dem Boden. Die Kerkertür klappert. Was wird jetzt wohl passieren? Kommen Sie wieder, um ihn zu schlagen? Die ganze Nacht über musste er hier drinnen sitzen und wurde in regelmäßigen Abständen von den Soldaten, die ihn eigentlich nur bewachen sollten, geschlagen, angespuckt und verhöhnt. War es das wirklichwert gewesen? Waren es die Menschen, für die er hier drinnen saß, wirklich wert?

Ich weiß nicht, ob Jesus sich am Freitagmorgen diese Fragen gestellt hat. Aber was ich weiß, dass er sie beide mit Ja beantwortet hätte. Sie sind es ihm wert! Um das besser verstehen zu können, möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen. Sie handelt von einem Sohn, der vor kurzem erfahren hatte, dass sein Vater aufgrund eines Raubüberfallszum Tode verurteilt worden war.

Er konnte es immer noch nicht fassen. Wie war es nur so weit gekommen? Ja, ihr Verhältnis war nicht immer das Beste gewesen. Schon in jungen Jahren hatte er seinen Vater mehrfach belogen und bestohlen. Dieser hatte ihn zwar immer wieder darauf angesprochen, aber ohne Erfolg. Er hatte nichts an seinem Verhalten geändert, bis zu seinemzweiundzwanzigsten Geburtstag, als er einen riesigen Fehler machte. Dieses Mal war es nicht sein Vater, den er bestohlen hatte, sondern ein Schmuckgeschäft. Dummerweise war ihm bei dem Überfall ein älterer Herr in die Quere gekommen, den er mit einem Baseball- Schläger niederschlug und wie später herauskam, tötete. Die Beute brachte er zu seinem Vater nach Hause und versteckte sie dort in einem Safe. Anschließend tauchte er bei einer Freundin unter. Als die Polizei mit den Ermittlungen begann, konnten sie relativ schnell einen Zeugen ausfindig machen, der den Raub mit dem Handy aufgenommen hatte und sah wohin der Verbrecher mit seiner Beute gegangen war. Nun standen die Polizisten mit einem Untersuchungsbefehl vor dem verdutzten Vater. Dieser war sich natürlich keiner Schuld bewusst und erlaubte den Beamten, seine Wohnung zu durchsuchen. Als sie ihn baten seinen Safe zu öffnen, machte er dies ohne Widerwillen und war sichtlich erstaunt über den dort liegenden Schmuck. Sofort war dem Vater klar, wer ihn in diese missliche Situation gebracht hatte. Ohne lange darüber nachzudenken, nahm er die Schuld seines Sohnes auf sich und gab sich gegenüber der Polizei als der Dieb und Mörder aus. Einige Monate später, folgte seine Verurteilung zum Tod. Während er auf die Vollstreckung seines Todesurteils wartet, stellte er sich folgende Fragen: „War es das wert gewesen? War mein verkorkster Sohn dieses Opfer wirklich wert?“ 

Das, was der Vater in der Geschichte für seinen Sohn getan hat, hat Jesus für Sie und mich getan. Er will für uns da sein. Egal ob wir an ihn Glauben oder nicht. Er möchte uns vor den Konsequenzen unserer Handlungen bewahren. Ja, er möchte uns sogar ein ewiges Leben schenken, ohne Trauer, Schmerz, Leid und Tod. Das ist der Grund dafür, warum er am Karfreitag, blutüberströmt im Gefängnis saß und letztendlich an das Kreuz geschlagen wurde, um dort zu sterben. Er hatte sich wie der Vater in der Geschichte dazu entschieden, die Folgen unserer Handlungen auf sich zu nehmen, damit wir Menschen leben können.

Doch welche Folgen meiner Taten hat denn Jesus für mich auf sich genommen? Dieser Frage wollen wir im nächsten Beitrag nachgehen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen Gottes Segen!

Ostern – was bedeutet es für uns?

Von Johannes Vollmer

In unserer modernen Gesellschaft nimmt das Thema Selbstverwirklichung einen sehr großen Raum ein. Jeder kann es schaffen, man muss nur genug an sich arbeiten. Sei es der Erfolg im Beruf, die eigene Fitness, die Ernährung usw. So wird das Leben zum Kampf und je mehr wir uns damit beschäftigen, besser zu werden, desto schlechter geht es uns, weil sich andere auch hauptsächlich um sich selbst und weniger um den anderen kümmern. Das Streben in unserer Gesellschaft um so eine Art von Selbstverwirklichung führt letztendlich zur Vereinsamung.

Wenn sich jeder Mensch nur um einen Menschen kümmern würde, wäre allen geholfen.

(Diese Gedanken sind angelehnt an Aussagen eines Beitrags in der Sendung „Titel, Thesen, Temperamente“, ARD, 28. 03. 2021)

Nun möchte ich hier keine wissenschaftliche Abhandlung über dieses Thema anstreben. Das haben schon große Wissenschaftler getan und das auch in guter Weise aufgearbeitet.

In diesem Beitrag möchte ich in diesem Zusammenhang ein paar Gedanken über das vor uns liegende Osterfest äußern.

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen.

Aber warum eigentlich?

In unserer Beitragsreihe „Advent in der Krise“ wurde schon darauf hingewiesen, dass mit der Geburt Jesu seine Geschichte bzw. seine Aufgabe auf dieser Erde nicht beendet war, sondern erst seinen Anfang nahm.

Durch sein Leben auf dieser Erde zeigt er den Menschen wie Gott ist. Ein Gott, der den Menschen, die er geschaffen hat zugewandt ist, voller Liebe, Gnade und Barmherzigkeit. Auch darüber ist in unseren Beiträgen zu lesen.

Wenn wir uns dieses Leben von Jesus in der Bibel ansehen, nachzulesen in den ersten vier Büchern des neuen Testamentes, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, dann erfahren wir viel darüber, wie Jesus mit und für die Menschen gelebt hat. Er war besonders für die da, die seine Hilfe brauchten. Ihm ging es nicht um Selbstverwirklichung und doch hat er, indem auch er den Menschen zugewandt war, ihnen die Wirklichkeit Gottes gezeigt. Gerade weil die Menschen, bildlich gesprochen, immer wieder von Gott weggelaufen sind und ihre eigenen Wege gingen, kümmerte er sich in besonderer Weise um sie.

Wie dieses kümmern aussieht und was das für uns Menschen zu bedeuten hat, wollen wir uns in den nächsten Tagen, über Ostern ansehen. Sie sind herzlich dazu eingeladen, die Artikel die am kommenden Wochenende erscheinen werden zu lesen.

Wir möchten Sie zu unseren Ostergottesdiensten über YouTube einladen, die am:
Karfreitag: 02.04.21 um 19 Uhr: https://youtu.be/J8LRvhPRW6E
Samstag: 03.04.21 um 19 Uhr: https://youtu.be/iapXu5XRGJA
Ostersonntag: 04.04.21 um 10 Uhr: https://youtu.be/3PmsTiUuUsc
stattfinden werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen besinnliche Oster- Vorbereitungstage.

…wie auch euer Vater barmherzig ist!

von Mirjam Mehnert

Jahreslosung 2021

Wenn ich als Kind etwas angestellt hatte und mein Vater mich ausschimpfen wollte, sagte ich stets: „Papa, lache mal.“ Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo mein Vater danach noch geschimpft hätte – er brachte es einfach nicht fertig.

Wenn mein Sohn etwas ausgefressen hat, kommt er sehr häufig zu mir, umarmt mich etwas fester und freiwilliger als sonst und seufzt: „Mama, ich habe dich ganz doll lieb.“ Das rührt an mein Mutterherz, egal, wie sauer ich gerade noch war.

Sucht man in der Bibel das Wort „barmherzig“, so findet man es fast ausnahmslos im Zusammenhang mit den Worten gnädig, geduldig und gütig.

Barmherzig sein, das hat etwas mit Nachsicht zu tun, mit Vergebungsbereitschaft, mit Aushalten. Erbarmen braucht Herzenswärme. Da geschieht etwas, das von einer Person auf die andere überströmt. So stelle ich mir das Erbarmen Gottes vor.

Die Bibel sagt, Gott tröstet uns, wie eine Mutter ihre Kinder tröstet. Jesus erklärt seinen Jüngern, dass wir zu Gott „Papa“ sagen dürfen. Gott ist Vater und Mutter in einem.

Wenn wir etwas ausgefressen haben, müssen wir noch nicht einmal unter Tränen um Verzeihung bitten und reumütige Büßertaten vollbringen. Es rührt an Gottes Herz, wenn es uns leidtut, egal, wie gut oder schlecht wir das ausdrücken können. Wenn uns der Schuh drückt, bemerkt er das. Natürlich tut er das – er hat uns geschaffen, er kennt den Bauplan, er weiß, was er in uns hineingelegt hat. Und er kennt auch unsere „Baustellen“, unsere Nöte und Ängste, unser verheimlichtes Versagen, unser Leugnen, damit wir uns schmerzhaften Konflikten nicht stellen müssen, er weiß um die fehlgeleitete Sehnsucht, Leere und vielleicht auch bislang erfolglose Suche, die uns dazu treibt, manche Dummheit zu begehen.

Aber Gottes Augen blicken barmherzig auf seine Schöpfung. Er erbarmt sich wie ein Vater über Kinder, die es einfach nicht besser wissen und (noch) nicht kapieren. Sogar dann, wenn wir es beim hundertsten Mal immer noch falsch machen, wenn uns unsere Schwächen immer wieder verfolgen, wir manches ungute Verhalten einfach nicht abstellen können, wir immer wieder zu spät daran denken, dass wir uns doch in diesem oder jenem Punkt ändern wollten, oder wenn wir einfach nicht hinschauen wollen oder können, wo es dunkle Flecken oder Veränderungsbedarf in unserem Leben gibt. Gott bleibt bei uns, auch wenn wir stillstehen oder nur sehr langsam gehen können.

Er bleibt bei dem kleinen Kind, das gerade neugierig die Welt entdeckt und dabei überhört, dass die Mutter es ermahnt, nicht auf den Hocker zu klettern.

Er bleibt bei dem Mann, der zur Arbeit fährt und im Auto über den vor ihm Fahrenden eskaliert.

Er geht mit der überforderten Frau, die Arbeit und Haushalt und Mutterpflichten unter einen Hut zu bekommen versucht und der dabei der Geduldsfaden reißt.

Er geht mit dem alten Menschen, der vereinsamt und hilflos in einem Heim im Bett liegt und auf Gedeih und Verderb anderen Menschen ausgeliefert ist.

Gottes Barmherzigkeit ist kein kurzer Gefühlsüberschwang, der ihm im nächsten Augenblick schon wieder leidtut. Sie ist ein Versprechen über Generationen hinweg. Er lässt sich daran erinnern und darauf festnageln, weil es sein Wesen ist.

Wir dürfen uns bei ihm verkriechen, uns schützen lassen, uns ausweinen, einfach nur rumsitzen und da sein, mit all unseren Verletzungen, mit Schuld und Scham, mit Reue und all den Versäumnissen, die uns im Nachhinein leidtun. Er deckt alles mit seinem Erbarmen zu und erlaubt uns, in seiner Nähe zu verweilen und auszuruhen, er verlangt nicht, dass wir uns zusammenreißen und weiter funktionieren und den Mund halten und weitermachen.

Er wünscht sich, dass wir sein Erbarmen, seine Barmherzigkeit in Anspruch nehmen und dadurch entdecken, wie wohltuend seine Nähe ist, wie sehr er sich eine Beziehung mit uns wünscht, fernab alles menschlichen Gerechtigkeitsempfindens, aller Unversöhnlichkeit und aller Selbstzweifel. Er öffnet sein Herz jedem. Sein Erbarmen fließt von ihm auf uns über. Ausnahmslos und ohne Unterschied. Damit wir mit vielen anderen am eigenen Leib erfahren und vielleicht begreifen können:

„Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ (Psalm 103, 8)